Linsenluxation

Primäre Linsenluxation

Der P(J)RT gehört wie viele andere Terrier leider auch zu den prädisponierten Rassen, bei denen die Linsenluxation als primär, also erblich angesehen wird (schwere Verletzungen ausgenommen). Der Aufhängeapparat der Linse im Auge, der aus vielen feinen Fasern besteht, ist dann von Geburt an in seiner Funktion beeinträchtigt, was zum Abreißen erst einzelner, dann von immer mehr Aufhängefasern führen kann. Meist geschieht das im Alter zwischen 3-5 Jahren, aber auch später ist es noch möglich. Es kommt dann zur Lockerung der Linse in ihrer Position bzw. auch zum völligen Losreißen aus ihrer Aufhängung, so dass sie sie ihre Lage im Auge verändern kann. Das führt meist zu einem erhöhten Augendruck (Glaukom od. grüner Star), vor allem wenn die Linse nach vorn rutscht und der Abfluss des Kammerwassers gestört bzw. ganz blockiert ist. Erhöhter Augendruck kann je nach Ausmaß innerhalb weniger Tage zu völligen Blindheit führen - es handelt sich also um einen absoluten Notfall! Es kann nur 1 oder oder - häufiger - auch beide Augen betroffen sein und wenn bei den ersten Anzeichen gleich operativ eingegriffen wird und die Linse rechtzeitig entfernt wird, kann die Sehkraft erhalten werden. Wenn ein Hund plötzlich ein rotes Auge hat, das Auge evtl. trüb aussieht und der Hund sichtlich unter Schmerzen leidet etc. ist das immer ein Grund einen Augenspezialisten aufzusuchen!


BREAKING NEWS!

Nach jahrelangen Forschungsarbeiten in den USA und GB ist im September 2009 endlich der Durchbruch gelungen - das PLL verursachende Defektgen konnte isoliert werden, seit Anfang Oktober wird in den USA (OFA) (65$/Test), ein paar Wochen später auch in England (AHT) ein DNA-Test angeboten!
Die Durchführung ist denkbar einfach - einfach ein Testkit bzw. das Kuvert mit dem Abstrichpapier bestellen, einen Abstrich von der Mundschleimhaut des Hundes auf das Papier übertragen und zur Untersuchung per Post zurückschicken. (Anmerkung: Es empfiehlt sich, den Abstrich unter Kontrolle der Chipnummer von einem Tierarzt vornehmen zu lassen, damit so einwandfrei bestätigt ist, dass auch DNA vom richtigen Hund eingeschickt wurde. Nur für den Fall, dass der Test einmal eine Pflichtuntersuchung werden sollte - dann kann man beweisen, dass der entsprechende Hund schon getestet wurde.)
Wären alle Zuchthunde untersucht und würden Verpaarungen demzufolge geschickt gemacht werden, müssten ab jetzt theoretisch nie wieder Hunde geboren werden, die das verantwortliche Gen doppelt tragen und somit sicher krank werden. Leider besteht auch bei Carriern (tragen das Gen in einfacher Ausführung) ein Risiko rund um 5-10% für den Ausbruch von PLL, deshalb auch die Bezeichnung "low risk carrier". Um dieses Restrisiko wissend, kann man Carrier aber regelmäßig auf erste Anzeichen einer Luxation untersuchen lassen und so frühzeitig eingreifen und eine PLL-bedingte Blindheit verhindern.
Da das Gen leider überraschend weit verbreitet ist, wird explizit davor gewarnt, nur noch mit clear-Hunden zu züchten, da dadurch der Genpool enorm verkleinert würde, was zwangsläufig im Auftreten von neuen Krankheiten resultieren würde. Welpen mit einem Carrier als Elternteil sollten gleich getestet werden, damit man weiß, welche ab einem Alter von rund 18 Monaten regelmäßig auf erste Anzeichen einer möglicherweise luxierenden Linse untersucht werden sollten.


Detaillierte Informationen zu dieser erblich bedingten Augenkrankheit finden sie z.B. hier:

 http://www.tieraugenpraxis.de/default.aspx?pageId=18&subid=11